Referenzerfahrungen prägen unsere Sicht auf die Welt

Kennst du das? Du bist irgendwo zum Essen, es gibt ein leckeres Gericht, aber irgendwie stimmt was daran nicht so recht. Für mich ist das z. B. bei Kartoffelsalat so. Das liegt daran, dass ich ganz genau weiß, wie meine Mama Kartoffelsalat macht – ich bin daran gewohnt und Mamas Kartoffelsalat ist für mich der Maßstab für alle Kartoffelsalate, die ich in meinem Leben essen werde.

Und ähnlich ist es auch mit vielen anderen Erfahrungen im Leben. Für viele Erfahrungen hast du eine erste oder eine intensivste Erfahrung, die dir als Vergleich, als Referenz dient.

Unsere Referenzerfahrungen prägen, wie wir unser Leben leben – wie wir unser Leben leben können und wollen.

Für vieles machen wir schon sehr früh prägende Referenzerfahrungen, z. B. was es bedeutet geliebt zu werden. Vielleicht kommst du aus einer Familie, in der sehr distanziert geliebt wird – kein Körperkontakt, wenig liebe Worte. Dann wirst du es vermutlich später schwer haben mehr Nähe zu zu lassen. Die Referenzerfahrung prägt das, was du unter „geliebt werden“ fassen kannst.

Referenzerfahrungen lassen sich aber auch aktualisieren – indem sie durch andere Erfahrungen ersetzt werden. Entweder durch regelmäßige Erfahrungen in einer normalen Intensität oder durch sehr intensive Erfahrungen.

Deine Referenzerfahrung zu „Auto fahren“ sind viele ruhige Fahrten mit deiner Familie oder mit deinem ersten Auto.
Dann – Krachbumm – Unfall. Gut möglich, dass deine Referenzerfahrung aktualisiert wurde – jetzt verbindest du mit „Auto fahren“ Bedrohung, Angst und Schmerz.

Ich bin gerade dabei meine Referenzerfahrung „mit Männern sein“ zu aktualisieren. Meine Schulzeit hat mich da stark geprägt. Vier Jahre reine Jungsklasse – permanentes Mobbing – ich als eines der populären Opfer.
Daraus resultiert, dass ich mich mit Männern oft eher unwohl fühle – und erst recht in Gruppensettings in denen nur Männer sind.
Inzwischen habe ich schon einige kleine Referenzerfahrungen „gesammelt“, die mir zeigen, dass „mit Männern sein“ sehr harmonisch, bereichernd, geborgen und unterstützend sein kann. Mein Verstand weiß bereits, dass das wahr ist, mein Nervensystem ist dabei das zu integrieren.

Ich stell mir vor, dass es ein wichtiger Schritt zu einem freien und glücklichen Leben ist, seine Referenzerfahrungen zu kultivieren.
Wenn du etwas zum ersten Mal machst (z. B. Sex, ein erster Auftritt vor Publikum, die erste große Reise), sorge dafür, dass das eine gute Referenzerfahrung werden kann – dann geht es danach leichter.
Und wenn du merkst, dass du in Lebensbereichen von bremsenden Referenzerfahrungen geprägt bist – ändere sie.
Schaff dir eine intensive positive Referenzerfahrung, bau dir langsam kontinuierliche Referenzeindrücke auf oder such dir Hilfe bei NLP- oder Hypnotherapeut_innen, die dir helfen können deine Referenzerfahrungen direkt „in deinem Kopf“ neu zu schreiben.

Falls das der erster Artikel ist, den du von mir liest, hoffe ich, dass es eine gute Referenzerfahrung ist – so dass mein Blog in deiner Realität eine gute, hilfreiche Ressource darstellt 🙂

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Sebastian

Sebastian ist Forscher und Suchender. Hier schreibt er, was er auf seiner Reise durch diese Leben schon alles entdeckt hat. Manchmal sind es gute Erkenntnisse, manchmal nur spannende Fragen. Auf dem Weg zu mehr Klarheit.

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