Egoismus zwischen Egozentrik und Selbstfürsorge

Kannst du gut für dich selbst sorgen? Mir fällt das nicht immer leicht.

Ich weiß, dass in mir Glaubenssätze sind, die dazu führen, dass ich leicht anderen was gutes tun kann und mich um sie kümmern will – mir selbst was gutes zu tun ist oft deutlich schwerer.

Wenn ich zu sehr darauf bedacht bin, dass es mir gut geht, halte ich mich für egoistisch. Und ich will kein Egoist sein.
Ich weiß, dass es da ein gesellschaftliches „Sollte“ gibt. „Du sollst nicht egoistisch sein“, „Du sollst dich um andere kümmern“, „Du sollst helfen und teilen und …“.

Tatsächlich kann das aber ganz schön problematisch sein. Falls du dich nur um andere kümmerst und nicht um dich, dann wird für dich nicht gut gesorgt. Klar kannst du dich mit Menschen umgeben, die auch fleißig immer für andere sorgen … , aber ob die wissen, was du wirklich brauchst? Vermutlich weißt du das selbst auch nicht genau.

Egoismus ist tatsächlich ein Problem, wenn es als Egozentrik gelebt wird. Wenn es immer nur um dich geht und du die Bedürfnisse und Wünsche von anderen einfach ignorierst.

Wenn Egoismus aber als Selbstfürsorge gelebt wird, ist es was sehr wichtiges.
Sei im Kontakt mit deinen Bedürfnissen, kümmere dich selbst so gut es geht um dich und bitte geeignete Menschen dir bei den Bedürfnissen zu helfen, die du selbst nicht befriedigen kannst.
Und ja – auch du hast Bedürfnisse.
Für mich war das vor einigen Jahren eine ziemlich krasse Erfahrung. Meine damalige Life-Coachin hat mich gefragt: „Sebastian, was sind deine Bedürfnisse?“
und ich: „Ähm, ich habe Bedürfnisse? Was könnte das den sein?“
Die Bedürfnisse von anderen konnte ich leicht sehen (oder zumindest konnte ich mir leicht vorstellen, welche Bedürfnisse sie haben – meine Vorstellung ist vielleicht nicht wahr gewesen) – meine eigenen Bedürfnisse waren mir jedoch komplett unklar.

Inzwischen kenne ich einige meiner Bedürfnisse:
Etwas sinnvolles zu tun; Menschen um mich herum, die ich lieb habe; Körperkontakt, Ruhe, Musik und Bewegung in meinem Leben, eine Möglichkeit zum Selbstausdruck, das Leben meiner Sexualität.
Und dann natürlich auch grundlegenden Bedürfnisse wie Nahrung, Gesundheit, Sicherheit, W-LAN …

Und neben dem, was du alles brauchst, gibt es auch noch Dinge, die du nicht haben willst/kannst.
Dann geht es darum Grenzen zu setzen. „Nein“ zu sagen. Mit deiner Energie haushalten. Dich nicht zu überfordern.

Wenn du selbst für dich sorgst und klar formulieren kannst, wenn du Hilfe, Unterstützung oder Fürsorge von anderen brauchst, dann ist viel leichter mit dir zu sein. Wenn du deine Grenzen klar aufzeigst und nur das gibst, was du geben kannst, dann ist leichter mit dir zu sein.

Ich neige immer wieder dazu, mich zu wenig um mich selbst zu kümmern und dann auf die Welt und mein Umfeld sauer zu sein, weil sich nicht gut genug um mich gekümmert wird. Das ist dann wirklich egozentrisch.

Erlaube dir selbstfürsorglich mit dir umzugehen.

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Sebastian

Sebastian ist Forscher und Suchender. Hier schreibt er, was er auf seiner Reise durch diese Leben schon alles entdeckt hat. Manchmal sind es gute Erkenntnisse, manchmal nur spannende Fragen. Auf dem Weg zu mehr Klarheit.

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